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„In einem Elternbrief mit Datum vom 11. September, der in den Sozialen Medien kursiert, informierte die Schule über den geplanten Besuch der „FFF“-Demonstration, der im Rahmen des „Projekttag Nachhaltigkeit“ geplant sei. Ziel des Projekttages sei es demnach, „die Schülerinnen und Schüler für einen nachhaltigen Umgang mit ihrer Mit- und Umwelt zu sensibilisieren“. Zudem sollen aktuelle Probleme wie „die Klimakrise und ihre Folgen“ thematisiert und die Schüler dazu angeregt werden, eigene Lösungswege für eine „nachhaltig lebenswerte“ Zukunft zu entwickeln.
Weiter unten im Brief werden die Eltern über den Ablauf des Projekttages informiert. Im letzten Satz heißt es dann: „Die Teilnahme an der Veranstaltung sowie der Vor- und Nachbereitung sind verpflichtend.“ Es folgt ein Ablaufplan, in dem detailliert auf die einzelnen Programmpunkte eingegangen wird. Bereits vorab sollen die Schüler in einer von der Schule durchgeführten Eröffnungsveranstaltung unter anderem über die „Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen“ informiert werden. Auch die „Klimakrise als Problem und Herausforderung“ und „individuelle Handlungsmöglichkeiten“ sollen besprochen werden.
Auf der Demonstration selbst sollen die Infostände besichtigt und am Demonstrationszug sowie an den Kundgebungen von „Fridays for Future“ und deren Partnerorganisationen teilgenommen werden. In dem Elternbrief wird nicht erwähnt, dass sich unter den Infoständen auch ein Infotisch der „Letzten Generation“ befindet. Genauso wenig ist zu lesen, dass es beim Demonstrationszug einen „antikapitalistischen Block“ gibt und bereits im Programm angekündigt wurde, dass bei der Kundgebung auch die „Aktion Antifa“ sprechen werde.
Es ist bekannt, dass viele Schulen ihre Schüler vom Unterricht freistellen, um ihnen die Teilnahme an Klimademos zu ermöglichen. Dass eine Leipziger Schule nun aber ganze Klassen zur Teilnahme an politischen Demonstrationen verpflichtet, ist eine neue Stufe der politischen Einflussnahme staatlicher Schulen auf ihre Schüler, die nicht zuletzt an Methoden der ehemaligen DDR oder anderer sozialistischen Regime erinnert. Skandalös ist, dass den Eltern hier keine Möglichkeit geboten wird, der Teilnahme ihres Kindes an der Demonstration nicht zuzustimmen. Eltern, die nicht möchten, dass ihr Kind zu dieser „FFF“-Demo geht, bleibt so nur die schriftliche Krankschreibung des Kindes.“